Karin Kallmaker bittet zum „Tanz auf dem Eis“

Wenn Eis und gutes Essen auf Liebe und Leidenschaft treffen…

Anidyr Bycall, genannt Ani, scheint aufzugehen in ihrer Arbeit als Barkeeperin in einer Eisbar in der beinah unerträglichen Hitze Key Wests. Eis ist ihr Element, auch wenn dieses künstlich erzeugt wurde. Aber Ani weiß, wie sich richtiges Eis anfühlt, wie es riecht, was es uns über unseren Planeten zu verraten vermag und welche Stille und Ruhe in den Gletschern dieser Welt wohnen.

Anis Heimat liegt in Alaska und sie hat den Ort ihres Herzens nur ungern verlassen. Drei Jahre flüchtet sie sich nun schon in das künstliche Eis und lässt niemanden an sich heran.

Als die Bar wegen dringender Renovierungsarbeiten geschlossen werden muss, lässt sich Ani von ihrer nervigen und offensichtlich sehr oberflächlichen Kollegin Lisa überreden, eine kleine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen und ehe sie sich versieht, sitzen die beiden im Flieger nach Fairbanks. Lisa heißt eigentlich Myra und auch sonst ist sie nicht die einfache Surferin, die Ani anfangs in ihr sah.

Nur durch Lisa und ihre direkte und unerschrockene Art ist es Ani möglich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und allmählich zu erkennen, dass nichts so war wie es zu sein schien. Ihr Vergehen, das sie seinerzeit zwang, nicht nur ihre Heimat sondern auch ihren Lebenstraum und ihre große Liebe aufzugeben, überschattet Anis Dasein noch heute und es kostet sie Überwindung, Mut und den Rückhalt ihrer wenigen Freunde, zu dem zu stehen, was sie vor drei Jahren getan hat und die Frau um Verzeihung zu bitten, die sie bis heute in ihrem Herzen trägt…

„Tanz auf dem Eis“ ist wieder einmal ein Meisterwerk. Wäre dem nicht so, wäre die Leserin berechtigterweise enttäuscht. Doch Karin Kallmaker hat ihre Leserschaft noch nie enttäuscht. Wir sind es einfach gewohnt, von der „Queen of Lesbian Romance“ gute Geschichten zu bekommen. So auch diesmal. Aber und das muss an dieser Stelle einfach gesagt sein: „Tanz auf dem Eis“ ist nicht nur ein guter Roman. Dieses Buch ist weit mehr als das.

Karin Kallmaker nimmt uns mit nach Alaska und weiht uns in einige Geheimnisse des ewigen Eises ein. Sie rüttelt uns wach und lässt uns aufmerksam werden. Der Tanz auf dem Eis zeugt nicht nur von einer gewissen Romantik, sondern lenkt unser Augenmerk auch darauf, was der Mensch mit der Welt anstellt. Auch wenn es bei Kallmaker immer um die Liebe geht, so spielt in ihrem neuesten Roman doch das Eis die Hauptrolle.

Schon während man das Buch in den Händen hält, möchte man bereits ins nächste Reisebüro rennen und einen Trip nach Alaska buchen und/ oder seine Liebste bekochen. Neben Anis Leidenschaft fürs Eis, ist da nämlich noch Eve. Eine sinnlich – genießerische Köchin, die nicht nur mit ihren Kochküsten verführt.

„Tanz auf dem Eis“ ist ein vielschichtiger und ernst zu nehmender Roman. Es geht um die große Liebe, Vertrauen und Zuversicht. Aber es geht auch um Intrigen, Geltungssucht, Macht und den Klimawandel.

Karin Kallmaker hat starke Persönlichkeiten geschaffen und Frauen gezeichnet, die die Leserin anspornen, sich zu engagieren. Der Roman zieht eine jede in seinen Bann und vermag es, nachhaltig zu wirken.

Diesmal wartet man nicht nur auf das lang ersehnte Happy End zwischen zwei Frauen. Man will einfach mehr wissen. Über gutes Essen. Über die Gletscher und das Wissen, was sie in sich tragen.

Nach dieser Lektüre will man nicht nur auf dem Eis tanzen. Man will es erfahren und es retten.

Nach diesem Buch ist man nur noch eines: berührt und begeistert!

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