Scheiß auf lieb und nett! ODER Warum wir immer nur die bad girls wollen…

Die lieben Frauen

Nach knapp 2,5 Jahren Schweiz muss ich sagen, dass es hierzulande wirklich viele gut aussehende Lesben gibt. Und nette noch dazu. Viele sind sogar lieb UND intelligent. Warum nur interessiert mich das am Ende nicht?

Ist es nicht genau das, wo nach wir uns alle am meisten sehnen? Eine Frau an unserer Seite zu haben, die wir lieben und vor allem, die uns liebt. Mit der wir nicht nur lachen und Party machen können, sondern mit der auch weinen möglich ist. Ein ausgewogenes Sexualleben inklusive. Eine Frau, mit der ein gemeinsames Leben nicht nur vorstellbar sondern auch machbar ist? Schreien wir nicht genau da nach?

Ja. Genau das tun wir. Aber das, was wir da so fröhlich in die Welt posaunen ist das, was unser Kopf, unser Verstand gern hätte und das, was am Ende vielleicht oder ganz sicher sogar, gesund wäre. Für uns, unser Seelenheil und natürlich für unser Herz.

Was wir eigentlich wollen

Aber. Und jetzt geht es nämlich los. Es ist nicht das, was WIR wollen. Ganz und gar nicht. Wir können noch so lange Lobreden auf all die lieben, netten und intelligenten Frauen halten. Am Ende wollen wir sie nicht. Nehmen sie nicht einmal geschenkt und warum das Ganze? Richtig! Weil sie uns schlichtweg nicht reizen. Vielleicht sollte ich nicht pauschalisieren. Also, noch mal: mich reizen diese Frauen nicht. Nicht einmal ansatzweise. Ihre Intelligenz schon. Denn die ist sexy. Aber lieb und nett? Nein, danke!!!

Bin ich eigentlich wahnsinnig? Hab ich vielleicht tief greifende Probleme und “suche” mir eben das genaue Gegenteil von dem, was mich glücklich machen würde, um nicht glücklich sein zu müssen? Ich frage mich das ernsthaft. Denn mit Verstand und Logik ist mein Verhalten nicht zu erklären.

Natürlich hätte ich gern eine harmonische Beziehung. Und Familie. Und Kinder, vielleicht. Einen Menschen, der zu mir gehört…Aber. Ja, aber. Was denn nun?

Die Bösen und ihr verdammter Charme

Man stelle mir 10 attraktive, intelligente, aufrichtige und liebe Frauen vor, die ernsthaft an mir interessiert sind, mir die Sterne vom Himmel holen und all das tun, was Menschen füreinander tun, wenn sie sich lieben, achten und schätzen. Zu diesen 10 Frauen stelle man dann eine androgyne Frau, die vor allem durch ihre machohafte Ausstrahlung besticht und von Anfang an klar macht “Baby, Du wirst mich nie für Dich haben”.

Na? Wen würde ich wählen? Richtig!!! Aber warum? Glücklich macht das alles nicht. Was also treibt mich dazu? Es ist ja nicht so, dass es nicht auch nette androgyne Frauen geben würde, mit denen Leidenschaft möglich ist. Was zur Hölle also denke ich mir immer wieder und wieder dabei, mich diesen Frauen hinzugeben, die weder mich noch meine Liebe wollen? Die es kurzfristig genießen, nahezu vergöttert zu werden, aber das Weite suchen, sobald Langeweile zu erahnen ist oder noch schlimmer, Routine und Harmonie. Diese Art von Frau, die mir in schöner Regelmässigkeit das Herz aus dem Brustkorb reisst und es mir vollkommen zerstört wieder an die gleiche Stelle zurück stopft, ist nicht gemacht für das, was ich zu geben in der Lage bin.

Es ist ja nicht so, dass diese Frauen nicht lieben können. Ganz im Gegenteil. Sie können es. Und wie. Aber eben nicht dauerhaft oder zumindest nicht dauerhaft nur eine Frau. Obwohl…lieben vielleicht schon, aber der Jagdinstinkt bricht immer wieder aus ihnen heraus und eine bereits erlegte Beute ist auf lange Sicht eben nicht reizvoll.

Tja und da ich liebend gern das Bambi bin und mich den Jägerinnen voller Inbrunst vor die imaginäre Flinte werfe, ist mein Schicksal geradezu vorprogrammiert. Und mir ist das alles vollkommen bewusst. Ich laufe also sehenden Auges in mein Unglück und handle wider besseren Wissens. Ach, wie ich all diese Floskeln liebe.

Wiederholungstäterin oder doch Wiederholungsopfer

Der aktuelle status quo? Eine Jägerin der Extraklasse. Nicht nur unfassbar androgyn und hot. Nein, auch noch intelligent, mega sexy und tiefsinnig. Sie trägt Uniform und besticht durch einen Charme, der selbst die vorsichtigen Nicht-Bambis unter uns zu überzeugen vermag. Diese Frau betritt den Raum und augenblicklich stockt Dir bzw. mir der Atem. Die Spannung ist zum Greifen nah und ja, mir ist klar, dass ich in Klischees schreibe. Aber genau so ist es. Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, was ich in den Stunden in ihrem Beisein gemacht habe. Alles weg. Ausgelöscht. Genau so wie mein Verstand, der sich seitdem permanent ausschaltet.

Dabei sollte ich es doch besser wissen. Sie ist nichts für mich. Sie wird mir mein Herz raus reissen. Sie wird damit spielen und ich werde mich am Ende noch dafür bedanken. Die kleinen Bröckchen Aufmerksamkeit, die sie mir in schöner Unregelmässigkeit hinwirft, inhaliere ich förmlich und bin vorerst zufrieden. Bis zu dem Moment, in dem mein Verstand die Gunst der Stunde nutzt und mir mal gehörig den Kopf wäscht.

Erkenntnisse und das Handeln wider besseren Wissens

Die Verklärtheit lichtet sich und allmählich schleicht sich die Erkenntnis in mein Bewusstsein, dass DAS so einfach nicht gehen kann. Dass ich etwas besseres verdient habe und dass Anziehung, Begehren und Spannung nicht alles sind bzw. sein sollten. Ich packe also mein Herz mit meinem Verstand, puste Kopf und Herz frei und sorge dafür, diese sagenhafte Frau aus meinem Leben zu verbannen. Ich lösche all ihre SMS und Emails die rar waren, aber nie ihre Wirkung verfehlten. Sogar ihre Handynummer wird gelöscht und ich verspüre so etwas wie Freiheit. Aufatmen. Geschafft. Das war der erste Schritt und nun weiter…

Der erneute Rückfall

Doch dann klingelt es. Sie ruft an. Entschuldigt sich, dass sie sich nur so selten meldet. Beteuert, dass ich etwas Besonderes für sie bin und sie nie wieder ohne mich sein will. Mein Verstand schreit noch, dass ich nicht auf diese Worte hereinfallen, ihnen nicht folgen soll. Und ich? Richtig. Ich werfe meinen Verstand über Bord, geniesse die Aufmerksamkeit der Frau, die mich in den Wahnsinn treibt und weiß bereits in diesem Moment, dass ich eine weitere Runde im Teufelskreis gebucht habe…

Tagelang ruft sie an, schreibt SMS, Emails. Ist bei mir. Will mich sehen. Redet von Beziehung, Liebe, Familie, Zukunft und ich frage mich, ob man in dem Moment, in dem man zu lieben anfängt, sein Gehirn abgeben muss. Und die Vernunft gleich mit…

Liebe, Leidenschaft, Begehren, Jagd, Kampf, Spannung, Aufregung, Flirten, Küssen, Sex…alles! JAAAA!!! Aber ist all das den Preis wert, den ich zu zahlen gezwungen bin?

Die Entscheidung: Sportwagen vs. Familyvan

Muss es immer der Maserati sein mit allen Extras oder bringt einen nicht auch ein Mini oder ein Volvo ans Ziel? Die Fahrt ist sicher aufregender in einem Sportwagen, aber das eigentliche Ziel wird selten erreicht. Dann doch lieber gemütlich durch die Landschaft tuckern und am Ende dort ankommen, wo man eigentlich sein will. Zuhause…ODER???

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Ein Gedanke zu „Scheiß auf lieb und nett! ODER Warum wir immer nur die bad girls wollen…

  1. Hallo Andrea,

    mir gefällt Dein Blog und nachdem ich ewig gebraucht habe, ihn wieder zu finden (Blogger-Frischling 😉 bin ich ganz happy und lasse Dir mal ein paar Zeilen da!

    Dein Artikel oben spricht mir aus der Seele, wenngleich ich auch zum Glück sagen kann, dass es auch ein „Dazwischen“ gibt.

    Ich glaube, es ist ganz einfach so – frau braucht eine Herausforderung. Alles, was einem gut tut, macht träge. Was will ich mit einer Frau, die mir kein Kontra gibt, die alles gut findet was ich tue und mir nicht ehrlich sagen kann, was sie will und was sie denkt? Das bringt mich nicht weiter. Und ich will mich entwickeln, brauche die Inspiration und liebe auch die Provokation!

    Vermutlich ist das, was uns an diesen Frauen fasziniert, das, was wir selbst nicht haben? Den Mut und das Selbstvertrauen, uns das zu nehmen, was wir wollen?

    Und ich kann Dir nur beipflichten, ich kenne viele, die auf genau solch einen Typ Mensch stehen, aber immer wieder enttäuscht werden, weil sie im Grunde genommen beides wollen – die Leidenschaft, die Herausforderung, das Leben und auf der anderen Seite eine stabile, liebevolle Partnerschaft, in der frau sich gegenseitig achtet.

    Meiner Meinung nach muss man sich nicht entscheiden, denn das wäre wohl extrem unklug, weil man dann auf das eine oder andere verzichten muss.
    Aber sicher, wenn man sich die zweite Hälfte Deines Artikel durchliest und die Enttäuschung zwischen Deinen Zeilen spürt, dann würde ich mir wohl auch die Frage stellen.
    Ich persönlich liebe die Selbstsicherheit der starken Frauen, die mich hinreißen aber gleichzeitig tief bewegen, ihre Stärke, durchs Leben zu gehen (und es zu genießen) und ihren Mut, das zu tun, was sie wollen.
    Umso faszinierender finde ich es, wenn man die Gelegenheit bekommen, hinter die Fassade zu blicken und den weichen Kern spürt, diese Verletzlichkeit.

    Leider ist die Szene der Tummelplatz vieler unsicherer und mit Problemen behafteter Persönlichkeiten, die durch genau dieses „Bad-Image“ vertuschen wollen, wie verloren sie eigentlich wirklich sind.

    Und warum tun sie das? Weil sie es können! Darin sind sie einfach gut 😉 Und es gibt genug Bambis auf dieser Welt! 😉 Warum sollten sie sich also ändern? Weil sie doch alles bekommen was sie wollen!

    Nichts für mich – die tollen Persönlichkeiten sind die, bei denen man es nicht erwartet – die, die an uns vorübergehen ohne bemerkt zu werden, weil sie diese Art der Aufmerksamkeit nicht nötig haben!

    Ich wünsche Dir auf Deiner Suche viel Glück!

    Liebe Grüße
    Jasmin

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