„Das Leben, von dem sie träumten“ – Wenn unsere Träume und unser Leben unterschiedliche Pläne haben…

Russland zur Zeit des Kalten Krieges: Alexander Iwanow ist überzeugter Kommunist und hat als solcher bereits Karriere bei der Regierung gemacht.

Die Begegnung mit Katja, einer heimlichen Regimegegnerin, die zudem auch noch auf ihn angesetzt ist, verändert alles.

Die beiden verlieben sich ineinander und Alexander beginnt, das System, für das er so engagiert und überzeugt arbeitet, allmählich in Frage zu stellen.

Als Katja Alexander kurz vor der Hochzeit ihr doppeltes Spiel gesteht, bringt sie damit Entwicklungen ins Rollen, die tragisch Einfluss nehmen auf das gemeinsame Leben der jungen Eheleute.

Alexander kann in die USA fliehen, Katja jedoch kommt beim Versuch, ihm zu folgen, ums Leben.

In seiner Trauer gefangen, versucht Alexander in Boston Fuss zu fassen und schafft es im Laufe seines Lebens mit seinen Leidenschaften, dem Kochen und dem Genuss, ein Catering Imperium aufzubauen.

Im Jahre 2000 entschließt er sich, dem Geschäftsleben den Rücken zu kehren und seine Firma an die kühle Melissa Johnson zu verkaufen. Während der Verhandlungen, lernt Alexander ihre Mutter Estelle kennen und zwischen den beiden entsteht eine zaghafte Nähe, die beide aus dem Konzept zu bringen scheint.

Um die Verhandlungen zu einem guten Abschluss zu bringen, bezieht Alexander seine Nichte Lauren mit ein, die sich gemeinsam mit Estelle und Lauren auf die Reise in Alexanders Vergangenheit begibt, um das Rätsel um Katjas Tod zu durchdringen.

Alexanders Geschichte zwingt nicht nur ihn, sein Leben neu zu betrachten sondern bringt auch Estelle und Lauren dazu, sich zu fragen, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist…

„Das Leben, von dem sie träumten“ ist die Geschichte von Idealen, Freundschaft, Liebe und dem Mut, Entscheidungen zu treffen.

Sarif versteht es, die beklemmende Atmosphäre Russlands im Kalten Krieg zu vermitteln, ohne zu dramatisieren.

Sehr klar skizziert sie das Leben der jungen Generation, die zwischen Loyalität und gesundem Menschenverstand hin und her gerissen ist.

Wem kann man noch trauen, wenn selbst die Frau, die man liebt, eigentlich ein Spion ist und was kann die Liebe verzeihen, was kann sie überstehen?

Und wie lebt man weiter, wenn man das Wichtigste im Leben verloren hat und noch dazu glaubt, man selbst sei schuld daran?

Die Autorin gibt einfühlsam und detailliert mögliche Antworten und zeigt das Leben aus verschiedenen Perspektiven.

Im Mittelpunkt stehen Alexander, Katja und Estelle. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Melissa und Lauren hingegen entwickelt sich scheinbar nebenbei, am Rande. Aber auch das auf eine beeindruckende Art und Weise.

Shamim Sarif ist nach „Die verborgene Welt“ und „I can‘t think straight“ mal wieder ein absolutes Meisterwerk gelungen. Ihr Roman fesselt und berührt. Am Ende hat man das Gefühl, die Protagonisten persönlich zu kennen und fragt sich, was sie wohl jetzt gerade tun.

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