ALL THAT I LOVE – polnisches Kino mit einer politisch – modernen Version von Romeo & Julia

Anfang der 80er-Jahre in Polen: Der achtzehnjährige Janek, Sohn eines Militäroffiziers, ist Sänger einer Punk-Band. Seine Lieder finden keinen Gefallen bei den Erwachsenen und schon gar nicht bei den Ordnungshütern des Regimes. Er verliebt sich in Basia, deren Eltern Mitglieder der Gewerkschaft Solidarität sind und sich ihrer Beziehung in den Weg stellen. Als schliesslich die Regierung das Kriegsrecht ausruft, wird das Leben der beiden endgültig auf den Kopf gestellt.

ALL THAT I LOVE ist eine moderne Version von Romeo und Julia, die, untermalt von Punk- Musik, einen intelligenten und sensiblen Blick auf den schmalen Grat zwischen Liebe, Revolution und Loyalität wirft. Ein erfrischender Film, getragen vom Schauspieler Mateusz Kosciukiewicz, der bereits als polnischer James Dean gehandelt wird.

Romeo und Julia vor dem Hintergrund der politischen Unruhen der 1980er Jahre in Polen? Klingt etwas kitschig und weit her geholt. Deshalb sollte man wohl auf den Vergleich des tragischen Liebespaares von William Shakespeare verzichten. Dennoch… es gibt gewisse Parallelen.

Janek und Basia gehören durch ihre Familien unterschiedlichen politischen Überzeugungen an und deshalb sind ihre Väter auch wenig begeistert als sie von ihrer amourösen Verbindung erfahren.

Ein jeder Film scheint heutzutage eine Liebesgeschichte zu brauchen und so wird auch in ALL THAT I LOVE gerade durch die Beziehung der beiden jungen Protagonisten die Problematik der damaligen Zeit deutlich. Durch Janeks Liebe zu Basia tritt die Not der Jugend, ihr Wunsch nach Freiheit zutage und wir müssen schmerzlich mit ansehen, dass all jene Dinge, die für uns selbstverständlich sind und kaum noch unserer Beachtung würdig, in vielen Teilen der Welt, in diesem Falle in Polen, manchmal kaum vorstellbar sind.

In ihrer Wut schreien sich Janek, Kazik und ihre Band mit ihrer Punkmusik die Seele aus dem Leib und verleihen so ihren Forderungen nach einer besseren Zukunft Ausdruck. In einem ausrangierten Eisenbahnwaggon proben sie und verausgaben sich dabei. Hinterher sind sie beinah euphorisch und halten das, was sie sich wünschen, für einen Moment für möglich.

Gerade für Kazik (Jakub Gierszal) stellt die Musik einen Zufluchtsort dar, da er neben der allgemeinen Unzufriedenheit vor allem mit der Gewalt seines Vaters leben muss.

Die Lage in Polen spitzt sich zu. Die Jugendlichen suchen eine Bühne (im doppelten Sinne) und die Liebe und die Loyalität zur Familie fordern ihre Opfer…

ALL THAT I LOVE ist ein kraftvoller, sensibler und politischer Film. In ihm haben sowohl politische Umbrüche, inner-familiäre Gewalt, die erste Liebe, tiefe Freundschaft, Rebellion und vor allem Musik Platz.

Dieser Film ist beeindruckend und weitaus mehr als eine bloße Liebesgeschichte. Getragen wird er von phantastischen, jungen Schauspielern. Allen voran Mateusz Kosciukiewicz und Jakub Gierszal.

ALL THAT I LOVE hat diverse Preise gewonnen und ist ein kleines Wunderwerk. Es bleibt zu hoffen, dass wir sowohl vom Regisseur als auch den Darstellern noch eine Menge sehen werden.

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Originaltitel: Wszystko co kocham
Englischer Titel: All That I Love

Drehort: Polen 2009
Genre: Drama
Laufzeit: 90 Minuten

Kinostart: 07.04.2011
Verleih: Cineworx GmbH

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