Kinder unterm Regenbogen – auch in der Schweiz soll das Leben bunter werden!

Eine schöne bunte Familie

Regenbogenfamilien – das klingt so schön. So leicht, beschwingt, fröhlich und bunt. Genau das könnten sie sein. Die Familien homosexueller Paare in der Schweiz, die bereits Kinder haben oder sie zur Komplettierung ihres Lebensglücks planen. Doch so schön die Vorstellung auch sein mag, als Frau mit seiner Partnerin oder auch als Mann mit seinem Partner, ein gemeinsames Kind zu haben, dieses zu lieben und es auf seinem Weg in die Welt zu unterstützen, so hart ist auch die Realität für die in der Schweiz lebenden und gleichgeschlechtlich liebenden Paare.

Die Absurdität der Gesetzestexte

Ist es paradoxer Weise erlaubt, dass lesbische und schwule Paare vor dem Eintragen ihrer Partnerschaft Kinder adoptieren, spricht man ihnen das Recht in dem Moment ab, in dem sie offiziell verpartnert sind. Das heisst im Klartext: wenn sich zwei Menschen zu ihrer Liebe bekennen, Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen wollen mit allen Rechten und Pflichten, die eine Partnerschaft neben der romantischen Liebe so mit sich bringt, werden sie vom Staat dafür bestraft. Es ist der blanke Hohn, was das Gesetz in der Schweiz in Bezug auf das Adoptionsrecht homosexueller Paare in einer eingetragenen Partnerschaft vorsieht.

Der genannte Adoptionsausschluss lässt nicht nur jeden normal denkenden Menschen mit vielen Fragezeichen zurück, er stellt auch eine eindeutige Diskrimminierung dar, wenn man bedenkt, dass sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bereits am 22. Januar 2008 dahingehend ausgesprochen hat, dass Homosexualität kein Grund zur Verweigerung einer Adoption ist und sein darf.

Der Bundesrat legt diese Aussage passend für seine Interessen aus und ist der Meinung, „dass aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte E.B. c. France vom 22. Januar 2008 nicht automatisch eine Verletzung der EMRK durch das in Artikel 28 PartG erwähnte Adoptionsverbot abgeleitet werden kann“.

Die schlechteren Eltern?

Wer darüber hinaus auch noch versucht, derart zu argumentieren, dass schwule und lesbische Paare die schlechteren Eltern wären und ein Kind nicht bestmöglich aufwachsen, gefördert und gefordert werden kann und womöglich unter der Homosexualität der Eltern derart leiden wird/ muss, dass es im Verlauf seines Lebens unweigerlich Probleme haben und krank werden wird, der irrt und sollte seine Augen für die herrschende Realität bereits bestehender Regenbogenfamilien hier und in aller Welt öffnen.

In Ländern wie Belgien, Dänemark, England, Finnland, Israel, Island, Kanada, Niederlande, Norwegen, Nordirland, Wales/Schottland, Schweden, Spanien und in Teilen der Vereinigten Staaten oder Australien ist eine gemeinsame Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare bereits möglich und auch hierzulande wachsen Kinder unter dem Regenbogen auf, auch wenn ihre Eltern sich nicht verpartnern oder das gemeinsame Kind auch vor dem Gesetz als Teil ihrer Familie anerkennen lassen dürfen.

Die Verschlossenheit und Sturheit der Schweizer Politiker wirkt also ganz klar dem Kindeswohl entgegen. Man versagt einem Kind sein Recht auf eine vollständige Familie, nur weil es den Damen und Herren nicht behagt, dass es in dieser Familie zwei Väter oder zwei Mütter gibt. Weil man nicht bereit ist, das konservative Familienbild neu zu zeichnen. Weil man Angst hat, dass Regenbogenfamilien eine Gefahr darstellen könnten für die klassisch heterosexuelle Familie. Allein beim Formulieren dieser Sätze muss ich schmunzeln.

Zudem belegt eine Studie des Staatsinstituts für Familienforschung der Uni Bamberg (2009), dass sich in der persönlichen, schulischen und beruflichen Entwicklung der Kinder von Eltern in eingetragener Partnerschaft keine Unterschiede zu Kindern von Hetero-Eltern zeigten. WO also liegt das Problem?

Verein Familiemchancen

Um diese Frage zu beantworten, aber auch, um generell aufzuklären über die Wünsche und Bedürfnisse gleichgeschlechtlicher Paare und um den Kampf für gleiche Rechte aufzunehmen, befasste sich Adrian Mangold vom Verein Familienchancen bereits im Dezember 2008 mit der Thematik und seitdem engagieren sich er und viele HelferInnen dafür, dass auch in der Schweiz die Regenbogenfamilien zu ihrem Recht kommen und es ist einiges geschehen in all der Zeit, wie man der Homepage des Vereines entnehmen kann.

ABER es sind noch viele Hürden zu überwinden und es braucht mehr UnterstützerInnen, die helfen, unsere Rechte einzufordern. Aus diesem Grund lädt der Verein am 09. April 2011 ins Kornhausforum in Bern ein, um dort an einer nationalen Fachtagung die aktuelle Situation von Regenbogenfamilien in der Schweiz mithilfe von Referaten von FachexpertInnen aus dem psychologischen, politischen, und rechtlichen Bereich aufzuzeigen. Dabei wird auch ein Blick auf das unmittelbare Ausland gewagt und es werden mögliche Lösungen für die Schweiz diskutiert. Weiter soll die Zusammenarbeit mit Familienorganisationen verstärkt und gemeinsame Zukunftsperspektiven mit den NetzwerkpartnerInnen ausgearbeitet werden. Der Anlass wird mit einer Feier zur Gründung des Dachverbands Regenbogenfamilien und einer Ausstellung zum Thema abgerundet.

Am 07. Mai 2011 gibt es dann einen Aktionstag zur Aufhebung des Adoptionsverbotes auf dem Bundesplatz in Bern.

Merkt euch diese Daten, schreibt sie in eure Agenda, sagt es weiter und kommt so zahlreich wie nur irgend möglich! Alle Infos und Möglichkeiten, den Verein Familienchancen zu unterstützen, findet ihr auf der verlinkten Homepage.

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