„Tanzt, tanzt. Sonst sind wir verloren.“ Pina Bausch

PINA ist ein abendfüllender Tanzfilm in 3D mit dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und der mitreißen- den, einzigartigen Kunst seiner großen, im Sommer 2009 verstorbenen Choreographin. PINA ist ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders. Er lädt die Zuschauer ein auf eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise in eine neue Dimension: mitten hinein auf die Bühne des legendären Ensembles und mit den Tänzern hinaus aus dem Theater in die Stadt und das Umland von Wuppertal – den Ort, der 35 Jahre für Pina Bausch Heimat und Zentrum ihres kreativen Schaffens war.

Tanz. Theater. Kunst. Körperbeherrschung. Leidenschaft. Hingabe. Musik. Leise Töne. Atmen. Elemente. Bewegung. Stillstand. Ästhetik. Ausdruck…

Dem Zuschauer wird einiges geboten, wenn er im Kino PINA in 3D schaut. Der Versuch, zu beschreiben, was genau dort auf der Leinwand und gleichzeitig in uns geschieht, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Pina Bausch selbst hat es sehr treffend formuliert:

Man steht ganz allein dem Leben gegenüber und den Erfahrungen, die man macht, und man muss ganz allein versuchen, das, was man immer schon weiß, sichtbar oder zumindest ahnbar zu machen.

Es geht nicht um die Worte, mit denen man dieses Filmerlebnis beschreiben könnte. Denn es bedarf keiner Worte. Und es gibt keine Worte dafür.

Pina Bausch war eine einzigartige Künstlerin, die die Gabe hatte, auszuharren, zu beobachten und in die Seelen ihrer TänzerInnen zu schauen. Sie war keine Frau der vielen Worten und großen Ansprachen. Manchmal genügte ein einziges Wort von ihr, ein Blick, eine Mimik, eine Geste, um zu begreifen, worum es ihr ging.

Andrey Berezin beschreibt Pina als Malerin. Ihre TänzerInnen seien die Farben und mit ihnen und ihren Bewegungen malt Pina ihre Bilder.

Pina Bausch war eine Künstlerin und Ästhetin auf jeder Ebene. Sie hat dem Tanz eine neue Dimension gegeben und das Tanztheater wie kein Anderer geprägt. Sie ist immer ein bisschen weiter, tiefer gegangen.

Sie hat sich und ihr Ensemble gefordert und an die Grenzen getrieben. Sie hat nie aufgehört, Fragen zu stellen,  sich und ihre KünstlerInnen zu ergründen und das Beste aus ihnen heraus zu holen.

Pina Bausch war und ist eine Legende. Ohne sie ist nicht nur die Welt des Tanzes um einiges ärmer. Die Fussspuren, die sie hinterlässt, sind nicht zu füllen. Zu groß sind sie. Zu leicht waren ihre Schritte. Zu unvorhersehbar.

Danke Pina…

PINA sollte ursprünglich ein Film mit und von Pina Bausch sein. Sie und ihr Freund, Wim Wenders, hatten die Idee dafür innerhalb ihrer 25jährigen Freundschaft schon des Öfteren entwickelt und wieder verworfen.

Die Technik war nie ausgefeilt genug, um das transportieren zu können, was Pina und ihre Choreographien ausmachte.

Mit der 3D Technologie jedoch schien das Projekt endlich umsetzbar zu werden. Die beiden Freunde begannen ihre gemeinsame Arbeit und wählten hierfür „Café Müller“, „Le Sacre du printemps“, „Vollmond“ und „Kontakthof“.

Zwei Tage bevor die ersten 3D Probeaufnahmen stattfinden sollten, verstarb Pina Bausch plötzlich und überraschend. Der Schock saß und sitzt noch immer tief. Wenders wollte den Film ohne Pina nicht machen. Hielt dies für unvorstellbar und doch – nach einer Zeit der Trauer und des Schmerzes, nach vielen Ermutigungen und dem Wunsch, Pina ein Geschenk zu machen, nahmen Wenders und das Ensemble die Arbeit wieder auf.

Herausgekommen ist dabei nicht nur ein künstlerisches Meisterwerk, sondern auch eine Hommage an eine wunderbare und beeindruckende Frau, die die Welt des Tanzes revolutioniert hat. Mit privaten Einblicken in die Welt von Pina und den Statements ihrer TänzerInnen wird dieser Film sehr persönlich und berührend.

Die 3D Technik ist zum ersten Mal überhaupt sinnvoll eingesetzt. Wer jedoch schon vor PINA ein Fan dieser Technologie war, wird nun erkennen, dass nicht etwa die animierten Filme á la Hollywood jene sind, für die 3D erfunden wurde. Die pseudo lebendigen Comicfiguren verblassen mit dem ersten Szenenbild von PINA.

Die Tänzer ziehen uns ins Bild und in ihren Bann. Wir sind dabei. Spüren sie neben uns atmen, fühlen ihre Anspannung… PINA ist inhaltlich wie technisch eine Überraschung und Innovation.

Mit PINA ist es gelungen, den Tanz nicht nur zu erahnen, sondern auch zu erspüren.

Pina Bausch wäre sicherlich begeistert gewesen.

Regie
Wim Wenders 

Drehbuch
Wim Wenders

Produktion
Helen Olive
Gian-Piero Ringel

Pina Bausch
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