Zürich und Frauenfeld werden Pink – Pink Apple Filmfestival 2011

Pink Apple in Zürich – das verspricht 9 Tage lang schwul lesbische Unterhaltung auf großen Leinwänden und bei diversen Podiumsdiskussionen.

Zum 14. Mal findet das Filmfestival nun schon statt und es gibt einige Neuerungen, auf die man/ frau sich freuen darf.

Zum einen wird es größer – sprich, neben den altbekannten Veranstaltungsorten Arthouse Movie und Le Paris, kommen nun das Arthouse Piccadilly und das Cabaret Voltaire für Podiumsdiskussionen hinzu.

Darüber hinaus, hat es sich Pink Apple in diesem Jahr zum Ziel gemacht, sein Programm noch vielfältiger zu gestalten. So wird es nicht nur die bereits üblichen Q & As im Anschluss an die Filmvorführungen geben, sondern vermehrt auch Podiumsdsikussionen, zu denen viele RednerInnen eingeladen sind, die sich dem Publikum für eine angeregte Diskussion zur Verfügung stellen.

Eine davon, wird sich mit Queers in Soaps auseinandersetzen. Hierzu werden sich unter anderem Angelina Maccarone (Filmemacherin), Marcel Gisler (Filmemacher, Autor) und Manuel Löwensberg (Schauspieler) äußern.

Verbotene Liebe

Ein weiteres Thema wird der Gender Diskurs sein. In diesem Zusammenhang wird die bereits 2001 erschienene Dokumentation Venus Boyz von Gabriel Bauer gezeigt. Anschließend darf dann nach Herzenslust argumentiert und diskutiert werden. Es dürfte spannend werden, heraus zu finden, was sich in den letzten 10 Jahren getan hat – in der Gesellschaft und in uns.

Venus Boyz

Da das Pink Apple Filmfestival nicht nur in Zürich selbst, sondern auch in Frauenfeldgastiert, wird es dementsprechend auch dort ein Podium geben. Nachdem am 15. Mai die Dokumentation „Mama Mama, Papa Papa“ gezeigt wird, startet direkt im Anschluss die Diskussion unter dem Titel „Und was sagen die Kinder dazu…“ Das ThemaRegenbogenfamilien findet also auch bei den queeren Filmfestivals seinen Platz und rückt damit kontinuierlich in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Bewusstseins. Was angesichts der fragwürdigen Gesetzeslage in der Schweiz mehr als nur von Nöten ist.

Mama Mama, Papa Papa

Ein persönliches Highlight stellt für mich die Auseinandersetzung des Pink Apple mit Anne Lister dar. Jener vermögenden Grundbesitzerin aus Yorkshire, die nicht nur ein ungewöhnliches Leben führte, sondern offen zu ihrer Sexualität stand und sich den Konventionen ihrer Zeit verweigerte, auch wenn das zu extremen Anfeindungen führte.

Anne Lister

Ihr zu Ehren wird der Film  The secret diaries of Anne Lister gezeigt, als auch die Dokumentation The real Anne Lister. Besonders ist hier, dass die Literaturhistorikerin und Herausgeberin der Tagebücher, Helena Whitbread einen einführenden Vortrag zu Anne Lister halten wird.

Neben diesen Veranstaltungen wartet das Pink Apple Festival mit rund 90 Filmen aus 20 Ländern auf. Darunter etliche Welt- und internationale Premieren.

Erfreulicherweise wird es in diesem Jahr auch einige lesbische Highlights geben, die gerade mein Frauenherz höher schlagen lassen. Ich habe also schon einmal reingeschaut in all das, was euch vor Ort geboten wird und will euch mit kleinen Kostproben Lust auf mehr machen:

80 egunean – 80 days

Axun, 70, trifft nach über 50 Jahren per Zufall im Spital auf ihre Jugendfreundin Maite. Früher verband die beiden eine innige Freundschaft, die bei den Krankenbesuchen zu neuem Leben erwacht.

Die beiden Frauen haben sehr unterschiedliche Lebenswege beschritten: während Axun eine klassisch – monogame heterosexuelle Ehe führt, lebt Maite offen lesbisch. Diese Tatsache bringt Axun dazu, die gemeinsame Freundschaft der beiden Frauen zu hinterfragen: Waren sie und Maite wirklich immer nur gute Freundinnen? Wie schmal ist der Grad zwischen Freundschaft und Verlangen? 50 Jahre Leben liegen zwischen den beiden und doch sind sie sich so nah wie eh und je.

80 egunean – 80 days ist eine Rückblende. Zwei Frauen, zwei Leben, eine starke Verbindung und am Ende steht die Frage, ob man das Herz oder den Verstand die Entscheidungen treffen lässt und ob man im Alter noch bereit und in der Lage ist, alles anders zu machen.

trailer 80 egunean – 80 days

Jan & Meredith Baxter (Provincetown)

Jan‘ s coming out

Stell Dir vor, Du bist um die 50, seit 23 Jahren verheiratet und während Dein Angetrauter die neuesten Football Spiele verfolgt, entdeckst Du The L – Word für Dich. Erst im Fernsehen und dann in Deinem Leben. Genau das ist Jan passiert und so begab sich die älteste baby dyke auf Entdeckungstour quer durchs Land und interviewte währenddessen prominente und weniger prominente Lesben. Heraus kam dabei eine herzerfrischende Dokumentation, die den Weg zeigt, den Jan von straight zu gay genommen hat, aber vor allem Einblicke verschafft, in das Leben, Lieben und Flirten lesbischer Frauen.

Jan’s coming out macht Mut, dass es nie zu spät ist, seine eigene Sexualität zu entdecken und zu erleben. Und vor allem macht Jan’s coming out Spass.

Also, amüsiert euch…

Trailer Jan s coming out

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