Die „Zarte Landung“ von Emma Donoghue…

Sie begegnen sich auf einem Langstreckenflug nach London: Jude Turner und Síle O’Shaughnessy. Für Jude ist es ihr erster Flug überhaupt – Reiselust ist ihr fremd. Sie ist im beschaulichen Ireland, Ontario, verwurzelt und betreut dort ein kleines Heimatmuseum. Síle hingegen ist als Flugbegleiterin in ihrem Element. Sie lebt im quirligen Dublin und ist ständig auf Achse. Ihre Begegnung geht keiner der beiden aus dem Sinn. Sie schreiben sich E-Mails, führen Ferngespräche, treffen sich wieder. Sie verlieben sich ineinander – zwei Frauen, deren Welten unterschiedlicher kaum sein könnten …(Quelle: Klappentext)

Allein der Klappentext klingt schon so vielversprechend, dass sich die Leserin auf ein ganz besonderes Lesevergnügen freuen kann. Aber „Zarte Landung“ ist viel mehr als das. Emma Donoghue vermag es, mit ihren Worten zu fesseln und mit ihrer Liebe zum Detail eine ganz wundervolle Geschichte zu erschaffen, die nicht zulässt, dass frau das Buch länger aus der Hand legt als unbedingt nötig…

Vielleicht liegt das auch ein bißchen daran, dass ich selbst der Liebe wegen meine geliebte Herzensheimat verlassen und ein neues Leben begonnen habe. Aber dieser Roman wird all jene in ihrem Bann ziehen, die einen Sinn für gut erzählte Geschichten haben.

Jude und Síle sind so grundverschieden und beide so besonders, dass es eine wahre Freude ist, sie dabei zu beobachten, wie sie sich einander allmählich annähern und das über tausende von Kilometern hinweg.

Zarte Landung

Jude, die in Kanada ein kleines Heimatmuseum führt und mit ihrer Mutter zusammen in ihrem Elternhaus lebt und nur aufgrund eines besorgniserregenden Anrufes ihrer Tante, bei der ihre Mutter zu Besuch ist, die erste Flugreise ihres Lebens unternimmt. Nur unwillig begibt sich Jude in das Flugzeug. Für sie gibt es eigentlich keinen Grund, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen und das Reisefieber hatte sie noch nie gepackt. Jude ist zufrieden mit ihrem Leben und doch soll diese Flugreise ihr Leben verändern. Nicht nur durch den toten Passagier, der neben ihr sitzt. Vor allem durch Síle, die sie als Stewardess betreut und ihr ganz unauffällig den Kopf verdreht.

Síle ihrerseits lebt fürs Fliegen und ihr aufregendes Leben, das sie durch die ganze Welt bringt. Und doch findet sie gerade in Jude, die so ganz anders ist als sie selbst, einen Gegenpol, der sie fasziniert und sie gedanklich mehr beschäftigt als sie es sollte. Denn Síle ist gebunden. Doch ist ihre Beziehung wirklich das, was sie sich von ihrem Leben wünscht? Erst durch die Begegnung mit Jude, ihren Telefonaten und immer häufiger werdenden Mails stellt Síle ihre Beziehung in Frage und macht sich auf den Weg zu sich selbst und dem, was sie wirklich will.

„Zarte Landung“ ist ein wunderschönes Portrait von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sie durch die gemeinsame Begegnung eine Bewegung in ihrem Leben verspüren, die sie weder erwartet noch geplant haben. Darüber hinaus malt Emma Donoghue all jene Facetten, die ein Leben, die Liebe, verschiedene Kontinente und Beziehungsarten haben können.

Dieser Roman ist so wunderbar vielseitig und ausgereift, das er gelesen werden MUSS. Doch wie so oft bei den Büchern, die der Verlag Krug & Schadenberg verlegt, ist auch dieses im Nullkommanichts ausgelesen. Was natürlich für sich spricht, aber auch unendlich schade ist, weil die Geschichte dadurch so schnell zu einem Ende findet.

Es ist also zu empfehlen, dem Drang, das Buch in eins durchzulesen, zu widerstehen und es sich genussvoll zu Gemüte zu führen. Es lohnt sich!!!

Emma Donoghue

Emma Donoghue, aufgewachsen in Dublin, begann schon mit dreiundzwanzig Jahren vom Schreiben zu leben. Sie schätzt sich glücklich, nie mehr einer »anständigen Arbeit« nachgegangen zu sein, seit ihr nach einer kurzen Episode als Zimmermädchen gekündigt wurde. Nachdem sie mehrere Jahre zwischen England, Irland und Kanada gependelt ist, lebt Emma Donoghue seit 1998 mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern in London, Ontario.
Zarte Landung ist  von Emma Donoghues persönlichen Erfahrungen inspiriert, die sie als »Zeitzonen-Tango« beschreibt. (Quelle: Verlagsinformation)

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