Robin und Jennifer – Ein historischer Roman von Elke Weigel.

Elke Weigel hat mich gleich in mehrfacher Hinsicht glücklich gemacht – zum Einen hat sie mich meine neue Heimat, das Schwabenland, historisch entdecken lassen und mir zum Anderen auch meine Herzensheimat, die Schweiz, wieder ins Bewusstsein geholt. Getoppt hat sie das Ganze, in dem sie einen ganz wundervollen, historischen Roman geschrieben hat, der so schnell verschlungen ist, dass man förmlich nach einer Fortsetzung lechzt. Liebe Elke Weigel – tausend DANK!!!

Robin wächst im alten Apotherkerhaus in Cannstatt auf und ist alles andere als das klassische Mädchen, das sich ihre Tante Erna wünscht. Robin ist wach und interessiert. Sie kämpft dafür, auf’s Gymnasium zu gehen und kann am Ende sogar ihren Vater überzeugen, zu studieren. Ihre Liebe zu Paula hingegen pflegt sie nur im Verborgenen, da 1900 „Homosexualismus“ und „conträres Sexualempfinden“ nicht auf Verständnis stoßen sondern lediglich in die nächste Nervenheilanstalt führen.

Fernab vom Einfluss ihrer Tante, geht Robin auf in ihren Studien und vermag es kaum noch, ihr „Anderssein“ zu verbergen. Als ihr Vater stirbt, gibt es für Robin nur die Flucht zu ihrem Bruder ins Tessin, wo er an einem ganz besonderen Ort lebt – auf dem Monte Verità.

Jennifer lebt in Paris ein gänzlich anderes Leben. Hier muss sie ihre Faszination für Sophie, eine außergewöhnliche Pianistin, nicht verstecken. Sie genießt die Zeit mit ihr, auch wenn sie Sophie nicht für sich haben kann. In der Musik und im Tanz sind die beiden eins und fordern sich gegenseitig heraus.

Nur an Sophies Seite kann Jennifer die Gedanken an ihren groben Stiefvater ausblenden, der mit ihr ganz andere Pläne hat und sie am liebsten mit einem seiner Armeefreunde zu einer arischen Familie verbinden würde.

Gemeinsam mit ihrer Mutter flieht Jennifer auf den Monte Verità, wo sie Robin begegnet, die ihr ein Rätsel bleibt. Die Nähe zwischen den beiden ist so besonders und im nächsten Augenblick zieht sich Robin, die sich noch immer vor der Nervenheilanstalt fürchtet, zurück.

Auch wenn sie nun an einem Ort leben, der ein Leben jeglicher Couleur zu erlauben scheint, sind sie auch hier nicht in Sicherheit.

weigel robin u jennifer Cover

Ich LIEBE historische Romane und ich bin hingerissen von der Geschichte von Robin und Jennifer. Die beiden Frauen wachsen so unterschiedlich auf und doch bewegen sich ihrer beider Leben unaufhörlich aufeinander zu.

Es ist wunderbar, dabei zu sein, wenn die beiden Frauen sich und ihre Gesinnung entdecken. Wenn sie ihre eigenen Kämpfe austragen und immer mehr zu sich finden.

Die Gefahren, die sie umgeben sind realistisch und für mich als Leserin beängstigend. Es ist kaum mehr möglich, sich dem Sog der Erzählung zu entziehen und so wundert es nicht, wenn das Buch an einem Tag ausgelesen ist.

Die Verbindung aus geschichtlichen Fakten, der Entwicklung der Zeit und der Leben der beiden Protagonistinnen ist ganz großartig geglückt und ich kann dieses Buch nur jeder Leserin ans Herz legen.

Die Autorin:

Elke Weigel ist Diplom-Psychologin und Tanztherapeutin mit eigener Praxis in Stuttgart. In Vorbereitung eine Krimiserie mit Stuttgarthintergrund.

Auf dem Monte Verità trafen sich viele AutorInnen und KünstlerInnen der Zeit, unter ihnen Else Lasker-Schüler, Magnus Hirschfeld und Mary Wigman, eineder Begründerinnen des Neuen Tanzes, der heute Ausdruckstanz genannt wird. Ausdruckstanz war ein Bestandteil der Ausbildung (Tanztherapie) der Autorin, sie erlernte ihn bei einer Schülerin von Mary Wigman. (Verlagsinformation)

Lesung:

und für alle, die den Roman noch nicht kennen: Am 22. Juli gibt es in Stuttgart im Rahmen des CSD eine Lesung von und mit Elke Weigel – uneingeschränkt empfehlenswert!!!

Stuttgart, Dienstag, 22.07., 19:30 Uhr: „Robin & Jennifer“ – Lesung & Gespräch mit Elke WEIGEL, Moderation: Christoph Michl, CSD Stuttgart
Ort: Stadtbibliothek Stuttgart, Café LesBar, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

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