Auf der Spur – Gruselgeocaching in Heidelberg!

Ja, ja – ich gebe es ja zu. Krimis sind nicht so meins und Thriller schon gar nicht. Ich musste mich also ganz schon zwingen, „Auf der Spur“ von Jule Blum und Elke Heinke in die Hand zu nehmen. Aber nachdem ich meinen gesamten Büchervorrat in zwei Wochen Krankheit aufgelesen hatte, gab es kaum Alternativen für den Spanienurlaub. Was soll ich sagen? Manchmal lohnt es sich, das Genre zu wechseln und offen für Neues zu sein. In diesem Fall unbedingt…

Marie mag ihr ruhiges Leben in einer Heidelberger Reihenhaussiedlung, wo sie mit Frau und Hund zuhause ist. Nachdem sie mit ihrem eigenen Buchladen gescheitert ist, arbeitet sie nun als angestellte Buchhändlerin und fragt sich nur manchmal, ob ihre Liebe und ihr Leben nicht vielleicht ein bisschen zu unaufregend ist.

Eines Tages erwartet sie zuhause ein Brief – ohne Briefmarke und ohne Absender. Enthalten sind ein Hochzeitsfoto ihrer Eltern und verwirrende Koordinaten sowie der Hinweis auf  Geocaching – eine Art moderne Schnitzeljagd. Doch in Maries Fall geht es weniger um Spaß als um eine Bedrohung. Zumindest empfindet sie es so. Sie fühlt sich beobachtet und verfolgt.

Ihrer Frau erzählt sie nichts von den geheimen Botschaften, die sie quer durch Deutschland locken und sie immer neue Informationen aus dem Leben ihrer Eltern entdecken lassen.

Marie ist verängstigt und fasziniert zugleich. Jeder neue Brief offenbart ein neues Kapitel ihrer Vergangenheit, die begann lange bevor sie selbst auf der Welt war. Marie ist ganz auf sich allein gestellt. Sie kann niemanden zu den Fotos und Orten befragen, die von den Caches preisgegeben werden. Ihre Mutter ist lange tot und ihr dementer Vater hat sie tiefer verletzt als Marie ertragen kann.

Gefangen von ihrer Neugier, übersieht Marie die Gefahr, in die sie sich begibt und die sich erst zum Schluss der Geschichte vollkommen offenbart…

auf der spur

„Auf der Spur“ ist ein spannendes Buch, das selbst Nichtliebhaberinnen von Thrillern in seinen Bann zieht. Die Figuren sind so detailliert beschrieben, dass frau versucht ist, das Gefühl zu bekommen, jede einzelne zu kennen. Es ist schön, dass die Geschichte an realen Orten stattfindet und man während des Lesens immer wieder AHA-Erlebnisse verspürt, weil man an gewissen Orten schon gewesen ist. Beinah hat es den Anschein, als sei man mit Marie zusammen auf Schnitzeljagd – Pardon, Geocachingtour.

Nach den ersten Seiten war ich gefesselt und gespannt. Kaum einmal wagte ich, das Buch aus der Hand zu legen. Ich war mitten drin und wurde selbst zum Geocacher. Wenn auch nur in Gedanken.

Der einzige Wermutstropfen ist wohl, dass so detailliert und ausführlich die Geschichte beginnt, sie ebenso schnell und rasant endet. Auf einmal überschlagen sich Ereignisse und Informationen und die Geschichte und ihre Personen gehen ein bisschen im Fahrwasser unter.

Ansonsten ist das Werk von Jule Blum und Elke Heinke durch und durch zu empfehlen. Auch wenn ich im wahren Leben wohl nie geocachen werde, so freue ich mich doch auf den nächsten Thriller der beiden, wenn es denn einen geben sollte…

blumheinicke

Die Autorinnen:

Jule Blum ist Germanistin, westsozialisiert.

Elke Heinicke Slawistin und Anglistin, ostsozialisiert.

Begeisterte Geocacherinnen, seit sie das erste Mal ein GPS in der Hand gehalten haben. (Verlagsinformationen)

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